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Swisttal, 18. Januar 2019

Rednerinnen und Preisträgerinnen begeistern bei SPD-Neujahrsempfang in Miel

Klare Worte zu Europa, Gleichstellung und Integration
Frauen in der 1. Reihe (v.l.): Claudia Walther, Susanne Sicher, Dr. Lale Akgün, Renate Wolbring, Ellen Genenger-Kothen, Gisela Hein, Sara Zorlu, dahinter Tobias Leuning und Joachim Euler

So schwungvoll sei sein Ortsverein noch nie ins neue Jahr gestartet, erklärte Tobias Leuning, Vorsitzender der Swisttaler SPD, nachdem er unter dem munteren und kräftigen Gesang des Shanty-Chor „Blaue Jungs“ mit den Ehrengästen – der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Lale Akgün, Europakandidatin Claudia Walther und den Gewinnerinnen des SPD-Swisttal-Preises, Ellen Genenger-Kothen aus Heimerzheim und Renate Wolbring aus Buschhoven – den übervollen Saal betrat. Rund 150 Gäste hatten sich zum Neujahrsempfang der SPD Swisttal im Mieler Dorfhaus eingefunden und erlebten ein abwechslungsreiches Programm mit klaren Worten der Rednerinnen zu Europa, Gleichstellung und Integration.

Zunächst rief die SPD-Kandidatin für die Europawahl, Claudia Walther, die Gäste, unter ihnen viele Politiker auch anderer Parteien und zahlreiche Vertreter von Einrichtungen und Vereinen, sich den Angriffen von Rechtsextremen und Nationalisten auf die europäischen Werte Frieden, Freiheit und Vielfalt gemeinsam entgegenzustellen. „Wir brauchen ein soziales und solidarisches Europa, das auch die Zukunftsfragen beantwortet“, so Walther. „Und gegen America First hilft nur Europe United.“

Mit Walther und der ehemaligen Kölner Bundestagsabgeordneten Lale Akgün, die heute als Autorin und Dozentin der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg tätig ist, führte die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Gisela Hein anschließend ein Interview zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht, welches die SPD-Regierung nach dem Sturz des Kaisers eingeführt hatte und mit der Wahl der Nationalversammlung am 19. Januar 1919 erstmalig ausgeübt werden durfte. Walther und Akgün bekräftigten, dass Frauen sich noch viel stärker in die Politik einbringen müssten. Da man aber nicht davon ausgehen könne, dass den Frauen freiwillig mehr Beteiligung eingeräumt wird, schlossen sie mit der Forderung nach einer verbindlichen Frauenquote für den Deutschen Bundestag. Der Frauenanteil sei aktuell mit rund 30 Prozent so niedrig wie zuletzt vor 20 Jahren. Bis die Quote allerdings gesetzlich verankert sei, sollten die Frauen parteiübergreifend mehr Druck machen und dem Vorbild von SPD und Grünen folgen, die Wahllisten paritätisch zu besetzen.

Klartext sprach Lale Akgün danach auch zu ihrem Thema, der Integration von Muslimen. Sie kritisiert den politischen Islam in Deutschland und die Einflussnahme aus dem Ausland. Als säkulare Muslimin fordert sie, sich vom konservativen Gebots-Islam der Funktionäre zu emanzipieren und eine zeitgemäße Interpretation des Islams, der nicht mit individueller Freiheit und Gleichberechtigung kollidiert. Akgün forderte ein Umdenken und schärfere Abgrenzung der Politik gegenüber intoleranten und demokratiefeindlichen islamischen Organisationen.

„Da viele Leute Gutes tun, aber aus ehrenwerten Gründen nicht selbst darüber sprechen, gibt es den SPD-Swisttal-Preis für ehrenamtliches Engagement. Denn unsere Gesellschaft brauche positive Beispiele und Vorbilder“, begründete Tobias Leuning zu Beginn der Verleihung der finanziell dotierten Preise an Ellen Genenger-Kothen und Renate Wolbring.

Genenger-Kothen ist seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich aktiv und hat unter anderem 1988 die Johannes-Schule in Bonn mitbegründet. Ein Jahr später war sie auch an der Gründung des integrativen Kindergartens „Sonnentor“ in Heimerzheim beteiligt. Später hat sie die „Lebensgemeinschaft Eichhof“ im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis mit aus der Taufe gehoben, die sich mittlerweile zu einem richtigen kleinen Dorf mit 120 Bewohnern und eigenen Werkstätten entwickelt habe, in dem Menschen mit Behinderung leben und arbeiten. Es gebe einen eigenen Dorfladen und viele kulturelle Veranstaltungen. Dort ist Frau Genenger-Kothen noch heute als Elternvertreterin aktiv. Ihr Tempo und Durchhaltevermögen habe die Jury tief beeindruckt. „Sie haben unsere Gesellschaft lebens- und liebenswerter gemacht“, lobte Leuning.

Dass den Swisttal-Preis der SPD auch Mitglieder anderer Parteien erhalten könnten, stelle die zweite Preisträgerin Renate Wolbring unter Beweis, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Euler in seiner Laudatio. Auf Wolbrings Verdienste innerhalb der CDU wolle er heute nicht weiter eingehen, schmunzelte er. Sie habe sich aber darüber hinaus in zahlreichen Funktionen in der Gemeinde insbesondere in Buschhoven verdient gemacht. Besonders hob er ihre 21-jährige Tätigkeit als Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) hervor, der in dieser Zeit von 55 auf 250 Mitglieder angewachsen sei. In der Initiierung neuer Projekte habe Wolbring eine erstaunliche Kreativität entwickelt, die Taufe der Römerbrücke, die Umgestaltung des Römerkanal-Aufschlusses, das Aufstellen von Ruhebänken, Info- und Gedenktafeln, die Herausgabe von Büchern zur Heimatgeschichte und die Buschhovener Musiktage. Herausragend sei die Patenschaft über den Burgweiher mit monatlicher Pflege und aufwändigen Reinigungseinsätzen.

Bei den anschließenden Gesprächen am unter der bewährten Regie von Brigitte Leuning von SPD-Mitgliedern selbstgemachten Buffet zeigten sich viele Gäste begeistert von den Verdiensten der Preisträgerinnen und den klaren Worten der Rednerinnen.



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